FAHRETOFT / BREDSTEDT (NfI). Der friesische Schulunterricht kommt bei den Kindern und ihren Eltern sehr gut an. Dieses Ergebnis brachte eine Pilot-Untersuchung des Friesischen Seminars der Universität Flensburg an der Grundschule in Fahretoft. „Die überwiegende Mehrheit erteilte dem Unterricht Bestnoten“, zog Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut in Bredstedt Bilanz.
Patin und Friesisch-Schülerin in Fahretoft (Foto: Sonja Spangenberg)
Friesisch-Studierende der Universität Flensburg hatten mit ihrem Professor Fragebögen erarbeitet, um die Resonanz des Friesischunterrichts zu ermitteln. Sie wählten als Untersuchungsobjekt die kleine, überschaubare Hans-Momsen-Schule in Fahretoft. 64 % der Eltern halten „sehr viel“ oder „viel“ vom friesischen Schulunterricht. Nur 5 % antworteten, sie hielten davon „nichts“. Dabei sprechen von den Eltern lediglich 10 % Friesisch, 44 % können die Sprache immerhin verstehen.
Aber gerade auch viele Eltern, die keine Friesischkenntnisse haben, sehen den Unterricht sehr positiv. Damit werde ein kulturelles Gut weitergegeben. Die Sprachfähigkeit der Kinder werde gefördert, es würden Türen zu weiteren Sprachen geöffnet, so lauteten einige Antworten. Bedauert wurde von einzelnen Eltern, dass der Friesischunterricht in den weiterführenden Schulen kaum eine Fortsetzung findet.
Von den 51 Schulkindern, die den friesischen Unterricht besuchen, finden ihn 31 „sehr gut“ und 12 „gut“. Nur ein Kind kreuzte auf dem Fragebogen ein Gesicht mit herabgezogenen Mundwinkeln an. Die Kinder wussten besonders die Vielfalt des Unterrichts zu schätzen, in dem auch gesungen, gebastelt und geknetet wird. „Ich lerne etwas, was andere nicht wissen“, schrieb eine Schülerin.
Friesischlehrerin Greta Johannsen und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut (Foto: Anke Hoetter)
Besonders motivierend wirkt das von der Lehrerin Greta Johannsen entwickelte „Patenmodell“, fanden die Friesisch-Studierenden heraus. Ältere Friesischsprechende aus dem Dorf kommen in die Schule und begleiten die Kinder beim Erwerb der friesischen Sprachkenntnisse. Dieses Zusammenwirken von Jung und Alt hält Thomas Steensen für vorbildlich: „Das sollte Schule machen.“ Unerlässlich findet er die Unterstützung durch Schulleiter Christoph Jörgensen. Das Friesische gehöre in Fahretoft zum Profil der Schule. Die Verbindung mit der Dorfgeschichte werde durch ein kleines Schulmuseum hergestellt.
Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF, Tel.: (04671) 2081; Fax: (04671) 1333; E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de; Internet: http://www.nordfriiskinstituut.de
Zuletzt aktualisiert am 30.05.2003